UNSER FLIEWATÜÜT

UNSER FLIEWATÜÜT

“Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt” – diejenigen von uns in einer bestimmten Altersgruppe erinnern sich sicher an die TV-Marionettenserie Anfang der 70er Jahre, in dem ein sympathischer Drehflügler namens “Fliewatüüt” eine Hauptrolle gespielt hat. Drehflügler aller Art erregen in ganz besonderer Weise die Aufmerksamkeit von Kindern und kindgebliebenen Erwachsenen. Dies erklärt sicher mit die Popularität von Gyrocoptern, die seit etwas mehr als 10 Jahren in Deutschland als “Luftsportgeräte” zugelassen sind.

Unser Gyrocopter mit geschlossener und beheizter Kabine vom Typ M-24 Orion stammt aus dem Haus Magni, Italien. Diese – man muss schon sagen – Manufaktur produziert mit langjähriger Erfahrung unter höchsten und modernsten Qualitätsstandards offene und geschlossene Gyrocopter mit hoher Reputation. Der M-24 Orion ist ein robustes Arbeitstier und wird aufgrund seiner Verlässlichkeit bei vielen Flugschulen zur täglichen Ausbildung eingesetzt. Der M-24 Orion ist sozusagen der “Lanz-Bulldog” unter den Gyrocoptern.

Eine tolle Eigenschaft des Gyrocopters ist seine relative Unempfindlichkeit gegenüber Turbulenzen. Aufgrund des stabilisierenden Kreiseleffektes des mit ca. 360 U/min drehenden Rotors wirken sich Turbulenzen wenig auf das Fluggerät aus. Faszinierend ist auch die grandiose Rundumsicht, die durch keine Tragflächen verstellt wird.

Beste Voraussetzungen also, um sich entspannt zurückzulehnen und bei einem unvergesslichen Flug alles um sich herum zu vergessen.

Du möchtest mehr über Gyrocopter (auch Tragschrauber, Autogyro oder Gyroplane genannt) und ihre faszinierende Funktionsweise wissen?
Hier hilft ein Blick zurück in die Anfänge der Fliegerei. In den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts war es ein spanischer Ingenieur – Juan de la Cierva – der ein Fluggerät entwickeln wollte, welches nicht bei einem gefürchteten Strömungsabriss an den Tragflächen verunglücken konnte. Das Resultat seiner Entwicklung war der erste Gyrocopter. Juan de la Cierva konnte schließlich am 18. September 1928 mit dem Autogiro Cierva C.8.II in einer Höhe von 1.200 Metern und mit einer Flugdauer von insgesamt 18 Minuten den Ärmelkanal wischen Lymphe und Calais (rund 40 Kilometer) überfliegen. Der Abstand zwischen Aufsetzpunkt und Ausrollstrecke betrug dabei nie mehr als 3 Meter, obwohl der Autogiro jeweils seinen steilen Sinkflug wie ein normales Flugzeug fortsetzte und erst kurz vor dem Aufsetzpunkt aus einer Höhe von ein bis zwei Metern abgefangen wurde. Der Tragschrauber demonstrierte hierbei überzeugend, dass er niemals in die Phase eines Strömungsabrisses kam, wie er bei Flächenflugzeugen üblich ist.

geschichte

Was ist nun der wesentliche Unterschied zu einem – äußerlich ähnlichen – Hubschrauber?

Der größte Unterschied besteht darin, dass der Rotor nicht durch einen Motor, sondern lediglich durch die ihn durchströmende Luft angetrieben wird. Der Antrieb erfolgt über einen Propeller, der den Tragschrauber horizontal antreibt. Der Tragschrauber befindet sich daher permanent im sicheren Zustands der so genanten Autorotation, so dass auch bei einem Ausfall des Motors im Gleitflug eine sichere Landung durchgeführt werden kann. Vereinfacht gesagt ähnelt das Prinzip der Autorotation einem vom Baum fallenden Ahornsamen, der sich schnell drehend abgebremst der Erde nähert.

Vorteile eines Tragschraubers gegenüber einem Hubschrauber sind:

  • Wartung und Betrieb eines Hubschraubers sind wegen der komplizierteren Mechanik doppelt bis dreimal so teuer wie die Unterhaltung eines Tragschraubers.
  • Die Bauart eines Tragschraubers ist viel simpler als die des Hubschraubers. Auch dieser besitzt nur einen Motor, jedoch muss neben dem Haupt- mit einer relativ aufwendigen Übertragung auch der Heckrotor angetrieben werden. Die zyklische und kollektive Blattsteuerung des Hubschraubers ist ebenfalls weitaus aufwendiger als die bei kleinen Gyrocoptern übliche Kopfkippsteuerung.
  • Anders als beim Hubschrauber ist der Ausfall des Antriebs relativ ungefährlich. Der Hubschrauber geht bei Motorausfall zur Autorotation über – aber eine Notlandung mit Autorotation gilt als sehr schwieriges Manöver. Der Tragschrauber dagegen befindet sich ständig in Autorotation, dadurch entfällt die beim Hubschrauber entstehende Umschaltzeit, in der der Hubschrauberrotor an Drehzahl verliert.
  • Der Tragschrauber kennt keinen Strömungsabriss wegen zu geringer Fahrt. Im Vergleich mit Flugzeugen kann der Gyrocopter eine kürzere Startstrecke und eine bei weitem kürzere Landerollstrecke von nur zehn Metern haben. Die geringe Fahrt beim Landen macht auch die Notlandung ungefährlicher als bei Flächenflugzeugen, da sich die Landerollstrecke extrem verkürzt. Auch sind steilere Anflüge möglich.
  • Der Tragschrauber ist einfacher zu beherrschen als ein Hubschrauber und nicht schwieriger zu fliegen als ein Flugzeug.
  • Der Tragschrauber ist, anders als der Hubschrauber und das Flächenflugzeug, sehr unempfindlich gegenüber Turbulenzen und fliegt daher ruhiger als Flächenflugzeuge, insbesondere als Ultraleichtflugzeuge.
  • Der Platzbedarf im Hangar ist geringer als bei Flugzeugen.

Nachteile:

  • Im Gegensatz zum Hubschrauber kann ein reiner Tragschrauber nicht schweben und in der Regel nicht senkrecht starten und landen.
  • Der Leistungsbedarf ist im Vergleich zu Flugzeugen bei gleicher Masse höher. Tragschrauber sind in diesem Punkt etwa gleichwertig zu Hubschraubern

Quelle: Wikipedia